Nachrichten   
 
         
     
Kulturmanagement in Finnland
9.02.14 09:36
Alter: 5 yrs




Aufenthalt an der HUMAK University in Jyväskylä im Herbst 2013




Auch im letzten Jahr gab es für die Studierenden im Vollzeit-Masterstudiengang „Kulturwissenschaft und –management“ die Möglichkeit, im Rahmen der Kooperation des Instituts mit der HUMAK University während den Semesterferien einen sechswöchigen Studien- und Praktikumsaufenthalt in Finnland einzulegen. Wir, Lena Heil, Lena Nothelfer, Laura Pysall und Barbara Bogerts, haben diese Gelegenheit genutzt, um eine interkulturelle Perspektive auf das Fach Kulturmanagement hinzu zu gewinnen und (weitere) Auslandserfahrung zu sammeln.

Im Wintersemester 2013 fanden die ERASMUS-Kurse im „Cultural Management Degree Programme“ der HUMAK University zum ersten Mal auf dem Campus in Korpilahti, einem Vorort der inmittender finnischen Seenplatte in Zentralfinnland gelegenen Stadt Jyväskylä, statt. Die Freude über den multikulturellen Besuch der 28 ERASMUS-Studenten aus Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Polen, Russland und Deutschland fiel dementsprechend groß aus. Das Interesse am Austausch mit uns internationalen Studierenden war sofort spürbar, sodass wir schnell zu einem festen Bestandteil des Campuslebens wurden.

Der Campus in Korpilahti liegt sehr idyllisch auf einem kleinen Hügel zwischen dem zweitgrößten See Finnlands, dem Päijänne, und einem Waldgebiet. Die ERASMUS-Studenten waren nur ca. 100m entfernt gemeinsam in einer Wohnanlage untergebracht. Dadurch bot sich nicht nur beim wöchentlichen Saunieren mit anschließender Abkühlung im See die Möglichkeit, sich näher kennenzulernen. Ein Highlight unseres Studiums an der HUMAK war neben den kulturmanagerialen Fächern der „Finnish Language and Culture“-Kurs. Hier erhielten wir neben Raum für erste „Gehversuchen“ in einer völlig fremden Sprache auch Einblick in die finnische Kultur und besuchten u.a. das alte Farmhaus unserer Dozentinnen Annamari und Marja Maukkonen. Eine Besonderheit der Kooperation unseres Instituts mit der HUMAK University liegt darin, dass neben der Teilnahme am Studienprogramm auch die Möglichkeit besteht, Praxisluft in einer finnischen Kultureinrichtung zu schnuppern.

So absolvierte Lena Heil ein Praktikum beim Sinfonieorchester „JyväskyläSinfonia“. Mit seinen 38 Musikern gehört das Orchester zu den 15 professionellen Sinfonieorchestern in Finnland. Es gilt – bedingt durch seinen Standort – als Zentralorchester Finnlands und bildet einen Grundstein des kulturellen Lebens in Jyväskylä und in Mittelfinnland. In einem jungen Team von sechs Personen unterstütze Lena das Orchester in unterschiedlichen Bereichen. Ihre Tätigkeiten umfassten Assistenzaufgaben der Intendantin und Unterstützung im Marketing. Ein großer Aufgabenbereich war die Mitarbeit in den Produktionen: Probenvorbereitung, Bühnenauf- und -abbau, die Arbeit im Notenarchiv sowie die Künstlerbetreuung. Der Schwerpunkt ihres Praktikums lag in der konzeptionellen Unterstützung des Education-Programms, welches in diesem Orchester erst am Anfang stand.

Laura Pysall absolvierte ihr Praktikum beim „Craft Museum of Finland“ in Jyväskylä, das als einziges nationales Museum für Kunsthandwerk alle Techniken abdeckt: vom Hausbau bis zum Klöppeln, vom Schmieden bis zum Ornamentdesign. Hauptaufgabe war es, an einem Projekt zur Gewinnung junger Erwachsener als Museumsbesucher mitzuarbeiten. Dafür führte sie Benchmarking durch und entwickelte einen standardisierten Fragebogen in englischer Sprache, um die speziellen Anforderungen, die junge Erwachsene an das „Craft Museum of Finland“ stellen, herausfinden. Außerdem half sie bei der Verbesserung einiger Marketingmaßnahmen, v. a. im Bereich fremdsprachige Webseiten und Flyer.

Lena Nothelfer absolvierte ihr Praktikum beim „Film Centre of Central Finnland“ in Jyväskylä. Ziel der Einrichtung ist es, den Bereich audio-visuelle Medien zu verbessern.Dazu bietet sie Informationsveranstaltungen an, betreibt Erwachsenenbildung und führtFilm-Workshops mit Kindern durch. Zudem werden verschiedene öffentliche Veranstaltungen, wie Filmvorführungen und Vorträge, organisiert, die den Kern des Angebots bilden. Das Filmcenter sieht sich als Bindeglied zwischen Filmemachern, Promotern, Kinobesuchern und der Forschung. Die Arbeit von Lena war zweigeteilt: Zum einen half sie bei der täglich anfallenden Büroarbeit, vor allem bei der Online-Kommunikation in englischer Sprache aus; zum anderen führte sie ein Filmprojekt mit Erasmusstudierenden durch. Auf dem Programm standen dabei eine Reihe finnischer Filme, die in Diskussionsrunden auf die Eigendarstellung der Finnen in ihren Filmen hin analysiert und anschließend den Filmen aus den eigenen Herkunftsländern gegenübergestellt wurden.

Neben Studium und Praktika haben wir uns natürlich auch auf große Tour begeben, um Land, Leute und Kultur näher kennenzulernen. So unternahmen wir einige Wochenendtrips in die Städte Helsinki, Tampere und Turku. Highlight unserer Reisen war jedoch ein viertägiger Road-Trip zum Nordkap am Ende unseres Aufenthalts, bei dem wir auch die Grenzen nach Norwegen und Schweden passierten. Beeindruckt hat uns insbesondere die landschaftliche Vielfalt, die uns dabei begegnete: vom herbstlich-gefärbten Lappland bis zu den kargen Klippen am Nordkap. Einen Abstecher zum Weihnachtsmann am „Arctic Circle“ in Rovaniemi ließen wir uns natürlich auch nicht entgehen. Außerdem konnten wir auf unserer Tour mit dem Mietwagen jede Menge Rentiere in freier Wildbahn beobachten – was oftmals Anlass zur Erheiterung bot.

Insgesamt haben wir unseren Aufenthalt an der HUMAK University in Finnland für die persönliche und berufliche Zukunft als sehr bereichernd empfunden. Daher möchten wir uns an dieser Stelle beim Kulturnetz-Verein bedanken, der durch seine finanzielle Unterstützung dazu beigetragen hat, dies möglich zu machen.

 








<- Zurück zu: Aktuelles
 
KulturNetz e.V. - Das Netzwerk für Kulturmanager - Impressum - Login