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Erfahrungsbericht zum Aufenthalt an der HUMAK University of Applied Scienes in Turku
4.07.12 18:35
Alter: 7 yrs







Seit dem Jahr 2000 gibt es nun schon eine Kooperation zwischen dem Institut für Kulturmanagement und der HUMAK University of Applied Sciences in Finnland. Die HUMAK selbst besteht aus 10 Universitäten, deren Standorte sich über ganz Finnland erstrecken. An vier von ihnen wird ein „Cultural Management and Production Program“ angeboten, das nach dreieinhalb Jahren mit einem Bachelorabschluss endet.

 In den Semesterferien zwischen dem zweiten und dritten Semester besteht für alle Masterstudierenden des Instituts für Kulturmanagement Ludwigsburg die Möglichkeit, sechs Wochen auf dem Campus in Turku zu verbringen und an dem ERAMUS-Kursen teilzunehmen. Die Universität in Turku liegt idyllisch auf der Insel Kakskerta vor der Stadt Turku (die immerhin die fünftgrößte Stadt in ganz Finnland ist). Der Campus ist zugleich eine Art Naherholungsgebiet mit Golfplatz, Sport- und Schwimmhalle, Bootsanleger und natürlich mehreren Saunen direkt am Wasser. Die Busfahrt in die Innenstadt Turkus dauert jedoch  mindestens 35 Minuten – Überraschungen wie Elche, Füchse und andere Tiere inklusive.

 Im Sommer 2011 haben wir, Maike Michaela Klein, Maren Scharpf und Christina Suchi, die Gelegenheit genutzt und einen sechs-wöchigen Auslandsaufenthalt an der HUMAK in Turku absolviert. Unser Studium an der Uni war zweigeteilt: neben dem Besuch der angebotenen Kurse auf Englisch bestand außerdem die Möglichkeit, ein Kurzpraktikum in einem Kulturbetrieb in Turku zu absolvieren, das von der Uni vermittelt wurde.

Maike Michaela Klein hatte eine Praktikumsstelle bei NIIN Finland, einem Zweipersonen Startup-Unternehmen. Angesiedelt ist es im Existenzgründerzentrum für Kreativwirtschaft in Turku. Die Gründerinnen Annu Juva und Marja Eivola designen traditionelle finnische Webmuster für Heimtextilien und Accessoires in einer neuen und modischen Weise. Da sie ihre Produkte auch auf dem deutschsprachigen Markt vertreiben möchten, hat sie ihnen eine Marktanalyse für Deutschland, Österreich und die Schweiz geschrieben. Der Schwerpunkt lag dabei auf qualitativ hochwertigen Produkten und deren Distributionswegen, sowie dem Markt für junge trendige Designer und der modernen Interpretation von klassischen Trachten in Süddeutschland.

 Maren Scharpf absolvierte ein Praktium bei PaintingDb, einem Startup-Unternehmen, das ebenfalls im Existenzgründerzentrum seinen Sitz hat. PaintingDb betreibt eine Internetseite mit  unterschiedlichen Angeboten rund um den Kunstsektor. Sie präsentieren eine virtuelle Galerie, einen Onlineshop für zeitgenössische Kunst, eine Bilddatenbank, Lern-, aber auch Unterhaltungsspiele und zahlreiche Informationen über Kunst, Kunstwerke und Künstler. Die Hauptaufgabe war es eine kleine Marketingkampagne für Deutschland durchzuführen und hierfür auch Texte zu übersetzen. Zielgruppe waren Museumspädagogen in deutschen Kunstmuseen, die hoffentlich bald die Online-Spiele von PaintingDb auf ihren Internetseiten einbinden.

 Neben diesen praktischen Erfahrungen absolvierten wir u.a. einen Kurs in finnischer Sprache und Kultur sowie einen Kurs zur Literaturproduktion in Finnland. Innerhalb der Kurse unternahmen wir mehrere Exkursionen, wie z.B. zu Literaturhäusern, Buchmessen und Buchmuseen.

 An den Wochenenden fanden wir auch noch genügend Zeit, das Land und die Kultur Finnlands kennenzulernen. Da Turku im vergangenen Jahr Kulturhauptstadt gewesen ist, war das Angebot entsprechend groß und die Entscheidung, ob man nun ins Konzert, die neue Ausstellung oder zur Performance gehen soll, häufig nicht einfach. Auch die zweite Kulturhauptstadt des Jahres 2011, Tallinn, besuchten wir nach einer stürmischen Überfahrt über die Ostsee. Darüber hinaus verbrachten wir ein verlängertes Wochenenden in einem Nationalpark in Lappland, nördlich des Polarkreises. Nach langem Warten konnten wir hier an unserem letzten Tag sogar Rentiere in freier Natur bestaunen. 

 Neben unserem Erasmus-Stipendium konnten wir unseren Aufenthalt zu einem Teil auch durch die Förderung des KulturNetz finanzieren. Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei allen Mitgliedern bedanken und unseren nachfolgenden Kommilitonen den Aufenthalt in Turku weiterempfehlen. Wir haben die Zeit genossen und viele neue Eindrücke gesammelt.

 

Maike Michaela Klein, Maren Scharpf und Christina Suchi

 








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