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KulturNetz förderte Exkursion nach Paris
30.05.13 18:38
Alter: 6 yrs






Anlässlich des 50jährigen Jubiläums des Elysée Vertrages zwischen Frankreich und Deutschland führte die diesjährige Exkursion des Institutes nach Paris. Unter der Leitung von Thomas Knubben und Christiane Dätsch erhielten die 25 Studierenden des zweiten Semesters vom 21. bis 25. Mai einen breiten Einblick in die Pariser Kulturwelt. Jeder Tag besaß dabei einen eigenen thematischen Schwerpunkt.

Der Auftakt der Studienreise begann mit dem Themenkomplex „Deutsch-Französische Beziehungen“. Vertreter zweier Stiftungen, der Charles de Gaulle und der Friedrich Ebert Stiftung, nahmen Stellung zur aktuellen Zusammenarbeit der beiden Länder. In den Gesprächen wurde deutlich, dass die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland keineswegs auf die Staatsbeziehungen zwischen Merkel und Hollande zu reduzieren sind. Zahlreiche Kooperationen skizzieren ein buntes Bild der Zusammenarbeit.

Spannend war auch der zweite Tag, der unter dem Thema „Weltkultur. Diversität und kulturelles Erbe“ stand. Zunächst erfuhren die Studierenden im Rahmen einer Führung durch das „Musée de l‘Immigration“ wichtige Etappen der Emigrations- und Immigrationsgeschichte Frankreichs. Am Nachmittag fand ein Gespräch mit der Ständigen Vertretung der BRD bei der UNESCO statt. Inhaltlich ging es vornehmlich um das Welterbe und den Prozess, den ein Land durchlaufen muss, damit seine ausgewählte Stätte als Welterbe anerkannt wird. Anschließend folgte eine Führung durch das UNESCO Hauptquartier. Zuletzt berichtete Helena Drobna, die in Wien Kulturmanagement und Kulturpolitik studierte, den Studierenden über ihre Arbeit des „Capacity Building“ und „Heritage Policy“ im Bereich der immateriellen Kulturgüter.

Das Pariser Goethe-Institut stand gleich zweimal auf dem Programm. Die Studierenden nahmen dort an einem Vortrag des Soziologen Harald Welzer teil. Dieser sprach anlässlich der französischen Übersetzung seiner Studie „Opa war kein Nazi“, in er sich mit der familiären Erinnerungstradierung des Nationalismus beschäftigt. Seine These, dass in den Familien die Täterschaft im Nationalsozialismus verdrängt wird und die Familienangehörigen sogar glorifiziert werden, obwohl sich diese oftmals selbst nicht positiv darstellen, führte während und nach dem Vortrag zu hitzigen Diskussionen im Publikum und unter den Studierenden. Am nächsten Tag schilderte Joachim Umlauf, Direktor des Pariser Goethe Institutes, seine Einschätzungen zu den aktuellen Deutsch-Französischen Beziehungen und erklärte die Struktur der Goethe Institute in Frankreich. 

Nach einem literarischen Spaziergang zum Grab von Heinrich Heine, standen am nächsten Tag „Kulturzentren im Umbruch“ auf dem Plan. Die Studierenden besuchten zunächst das Kulturzentrum „Centquatre“. Ein Rundgang durch das Gebäude zeigte die verschiedenen Bereiche des Kulturzentrums auf, welches sich in erster Linie als soziokulturelles Zentrum für die Einwohner des 18. und 19. Arrondissements versteht. Auch der Austausch zwischen Künstlern, die sich dort einmieten können, um ihre Ideen zu verwirklichen und ein großes Angebot an kulturellen Veranstaltungen stellen wesentliche Aspekte des Konzepts dar. Abschließend wurde die Gruppe durch die Keith Haring Ausstellung „The political line“ geführt. Der Tag endete mit einem Besuch des Théâtre du Soleil, das in den 1960er Jahren von Ariane Mnouchkine und Freunden gegründet wurde. Der Eintritt in die Theaterräume stellte für die Studierenden ein eindrucksvolles Erlebnis dar – sowohl Theaterfoyer, als auch Theatersaal werden von der Dekoration her dem jeweiligen Stück angepasst und verleihen dem Ort so eine besondere Atmosphäre. Vor dem gemeinsamen Abendessen im gemütlichen Theaterfoyer gab es ein Gespräch mit dem Autor des Gastspiels „Les Dogorians“, das auch für Nicht-Französischkundige verständlich war, denn es handelte sich dabei um eine erfundene Sprache.

Der Freitag widmete sich dem Thema „Kunstwelt – Weltkunst“ zu. Auf dem Plan stand der Besuch des Deutschen Forums für Kunstgeschichte, welches Teil der Max Weber Stiftung ist. Dort fand ein Gespräch mit Anne Krebs, der Leiterin der Abteilung für Besucherforschung des Louvre Museums statt, die von ihren Besucherstudien berichtete. Am letzten Tag gab es die Möglichkeit, die in den Feuilletons viel diskutierte Wechselausstellung „De l’Allemagne. 1800-1839“, im Louvre zu besuchen.








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